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Tiergartenstrasse 4 in Berlin

Gestaltungswettbewerb für den Gedenk- und Informationsort

 

Gestaltungswettbewerb Tiergartenstrasse 4

Siegerentwurf des Gestaltungswettbewerbs

© Arbeitsgemeinschaft: Ursula Wilms (Architektin BDA), Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann (Landschaftsarchitekt BDLA)


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Gestaltungswettbewerb für den Gedenk- und Informationsort an der Tiergartenstraße 4

2011 Bundestagsbeschluss

Nachdem sich der Deutsche Bundestag am 10. November 2011 dazu bekannt hatte, dass „die Dokumentation des Verbrechens und die Würdigung der Opfer in Berlin, am Ort der Täter in der Tiergartenstraße 4, von übergreifender nationaler Bedeutung“ sei, beschloss er, auf dem historischen Areal "Tiergartenstraße 4" einen „Gedenkort für die Opfer der NS-Euthanasie-Morde" zu errichten. Der Beschluss wurde gemeinsam mit dem Land Berlin unter Einbeziehung der Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden und Topographie des Terrors sowie des Runden Tisches umgesetzt.

2012 Auslobung des Wettbewerbs

Das Verfahren wurde als Nichtoffener Gestaltungswettbewerb mit vorgeschaltetem offenem internationalem Bewerberverfahren durchgeführt.

Das Auswahlgremium wählte aus insgesamt 92 eingereichten Bewerbungen 30 Arbeitsgemeinschaften zur Teilnahme am Wettbewerb aus. (Bekanntmachung am 21. Juni 2012)

Am 28. August 2012 erfolgte die Bekannmachung der Auslobung.

- Auslobung für den Wettbewerb

Auslobung in Leichter Sprache

 

2012 Die Entscheidung der Jury

Am 23. November 2012 teilte der Regierende Bürgermeister von Berlin (Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten) die Entscheidung der Jury mit.

Aus der Pressemitteilung: "Die Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Ursula Wilms (Architektin BDA) mit Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann (Landschaftsarchitekt BDLA) aus Berlin hat mit ihrem Gestaltungskonzept den 1. Preis des vom Land Berlin in Abstimmung mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgelobten Gestaltungswettbewerbs „Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde am Ort der Planungszentrale, Tiergartenstraße 4 in Berlin“ gewonnen. Die Realisierung und Fertigstellung ist für 2013 geplant, die Mittel in Höhe von bis zu 500.000,00 € stellt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zur Verfügung. ... Zum Wettbewerb waren nach einem offenen internationalen Bewerberverfahren 30 Arbeitsgemeinschaften eingeladen worden, davon hatten 28 ein Gestaltungskonzept eingereicht.

Die Entscheidung des Preisgerichts wurde unter Vorsitz von Prof. Donata Valentien mit Beteiligung von Kulturstaatssekretär Herrn André Schmitz und Frau Berggreen-Merkel vom Beauftragten für Kultur und Medien am 23. November 2012 mit großer Mehrheit gefasst.

Das Konzept von Ursula Wilms (Architektin BDA) mit Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann (Landschaftsarchitekt BDLA) sieht vor, auf einer zur Mitte leicht geneigten dunklen Fläche aus anthrazitgefärbtem Betonbelag eine transparente hellblaue Glaswand zu setzen. Die Glaswand,  "deutet die Richtung aus dem dunklem Grund zum Himmel hin an" und steht sinnbildlich für die Verbindung des Betrachters zu den durch die NS-"Euthanasie" zwar physisch getöteten aber durch unser Nicht-Vergessen und Erinnern doch weiter lebenden Menschen." Die geometrische, lineare Gliederung des Gedenk- und Informationsortes wird durch eine langgezogene Bank zum bestehenden Mattern-Garten und ein Pult für die Informationsvermittlung gebildet.

Das Preisgericht hebt hervor, dass der Gedenk- und Informationsort sich wie selbstverständlich in die landschaftliche und städtebauliche Umgebung einfügt, sich nicht aufdrängt und doch, durch die lange hellblaue Wand, ein markantes Zeichen setzt.

Die hellblaue Glaswand lässt Assoziationen zu ohne falsches Pathos aufkommen zu lassen. Sie wirft Fragen auf nach der Beziehung zwischen Opfer und Täter, zwischen gestern und heute, zwischen dem Boden und dem Himmel.

Der Entwurf sieht vor, die Gedenkplatte von 1989 an ihrem ursprünglichen Ort zu belassen und in eine Rasenfläche einzubetten.

Mit dem 2. Preis ist der Entwurf von Yves Dreier (Dreier Frenzel Architektur + Kommunikation) mit Susanne Muller und Axel Klapka (k1 Landschaftsarchitekten) aus Lausanne, mit dem 3. Preis die Arbeit von Dagmar von Wilken (Ausstellungsgestaltung) mit Jens Henningsen Landschaftsarchitekten aus Berlin ausgezeichnet worden.

Mit Ankäufen wurden die Entwürfe von Martin Bennis mit Weidner Händle Atelier, Prof. Dr. Frank Lohrberg (Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur) aus Berlin und Frank Dölle, D+S Architekten mit Frèdèric Guille und Birgit Hammer Landschaftsarchitektur, Berlin und Horst Hoheisel mit Andreas Knitz (RAUMSTATION) mit Christian Feustel (stadt-land-see) Kassel

prämiert.

Ein DFG gefördertes Erkenntnistransfer-Projekt der Technischen Universität München und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas übernimmt die Gestaltung der Inhalte."

 

2013 Bauauftakt

Am 8. Juli 2013 erfolgte der Bauauftakt für den neuen Gedenk- und Informationsort.

2014 Einweihung des Erinnerungsortes an der Tiergartenstraße 4

Am 2. September 2014 wurde der zentrale Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde der Öffentlichkeit übergeben.

 

Weitere Informationen


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